Der wichtigste Brauch auf dem Lande war das Erntefest.
 
Am 25. Juli, am Tage von st. Jacob begann das Erntefest. An diesem Tag (für die gelungene Ernte) musste man ein Paar Getreideschnitte machen. Die Ernte war eine richtig harte Arbeit. Die Schnitte wurden mit Hilfe von dem Sichel und der Sense gemacht. Oft dauerten sie von frühem Morgen bis zu der Nacht. Dieses Fest war vor allem auf den Herrenhöfen gefeiert. Nach dem Getreideschnitt stellte man die Garben auf und die letzte Garbe war mit Blumen geschmückt. Dann wurde diese Garbe zum Hof gebracht und dem Gustbesitzer gegeben, als Zeichen des Ernteendes. Der Gustbesitzer kaufte die Garbe und lud die Leute, die sie ihm gebracht haben zum Essen ein. Die Ernte endete der Vergnügen. Auf dem Kempener Land haben dann die Schnitter und die Schnitterinnen einen Kranz aus den Roggenähren – ein Symbol der Ernte zum Hof gebracht. Der Kranz hatte gewöhnlich Form von einer Pyramide, die im Kreis aufgesetzt war. Die Schnitter haben dabei die Volkslieder gesungen, z.B. „Plon niesiemy, plon“. Das Lied enthielt oft sehr viele Strophen. In diesen Liedern wurden der Gustbesitzer, seine Familie, seine Dienst, seine Hofbeamten und andere Leute beschrieben. Den Kranz von der ersten „Anzieherin“ (der Name kommt von dem Anziehen mit Hilfe von der Sichel des Getreides) bekam der Gustbesitzer und seine Frau bekam den Kranz von dem ersten Schnitter. Nach dem Essen begann die Feierzeit, die oft die ganze Nacht dauerte. Es war auch ein Brauch, dass der Gustbesitzer für die Ernte den Arbeitern danken soll. Er hat also den Leuten die Vorspeisen, ein Faß Bier und Schnaps gegeben. Der Ablauf dieses Feiertages war von Anfang biz zum Ende geplannt. Darum haben sich der Hauptschnitter und die Hauptschnitterin gekümmert. Heuzutage feiert man diesen Feiertag auch noch und alle Dörfer nehmen daran teil. Jeder Dorf bereitet einen festlichen Kranz (aus den Getreideähren, Kräutern, Blumen, Obst und Gemüse) vor. Die besten Landwirte haben dem Gemeindevorsteher ein selbst gebacktes Brot gegeben. In Rahmen des Treffens finden der Erntereigen, die Darbietung der Volksmusikgruppen, Pferdegespannparaden und Wettbewerbe statt. Am Ende des Erntefeiertages gab es einen großen Vergnügen für die Gemeindeeinwohner und ihre Gäste. Außer dem Erntefeiertag kultivierte man noch viele andere Traditionen, die mit der Religion oder mit den Familienfesten verbunden waren.
Die Religionsfeste I
Die Feier I
Die Treffen
