Die Gruppentreffen
 
Auf dem Lande kam das Leben seit den alten Zeiten nach sehr harten Feldarbeiten (von März bis November) vom Feld unter den Strohdach. Am Abend, wenn der Frost auf den Fensterscheiben zu sehen war, war der ganze Dorf still und die Leute verschlossen sich in den warmen Kammern. Das war die beste Gelegenheit zum Treffen. In der Gruppe bildete sich die schöpferische Einbildung des Volkes.
 
Das Vorabend des st.Andrzej – die Fräuleinen haben Hoffnung
 
Das Vorabend des st.Andrzej (bei uns ist das der 29 November) ist eng mit der Wahrsagung verbunden. Vor allem machten das die Mädchen. Das Wichtigste war aber die Antwort auf die Frage – Welche von ihnen als erste heiratet?
Oft gieß man Blei oder Wachs ins Wasser und die Gestelt der Form sagte dann die Zukunft. In Joanka Mroczeńska weisssagten sich die Mädchen mit den nacheinander gestellten Schuhen. Das Spiel sagte, welches Mädchen als erste heiratet. Man hat auch die Zettel mit den männlichen Namen geschrieben und die Mädchen wählten dann ein Zettel und erfuhren den Namen ihren zukunftigen Mannes. Im Dorf Chojęcin verwendete man die Wahrsagung in Form des Spiels, z.B. man band einem Mädchen die Augen, führte man sie ans Wasser. Im Wasserspiegel sollte sie dann ihre zukunftige Schwiegermutter sehen. Die Fräuleinen weisssagten sich auch aus den Myrteblättern, die paarensweise auf dem Wasser gelegt wurden. Wenn sie zusammen kommen, bedeutete das, dass sie schnell heiraten. Man schlug auch mit dem Stock gegen die Scheunetür und das Echo sollte die Richtung zeigen, aus der der zukunftige Mann kommen wird. Man hat auch den Kirschenzweig ins Wasser gelegt. Wenn er zu Weihnachten aufblütete, sollten sich alle Wünsche erfüllen, die man sich an diesem Zweigpflücken dachte. Auch die älteren Landbewohner haben ihre eigene Wahrsagen. Die betrafen ihre nächstjährige rnte und Wetter. Am Vorabend des st.Andrzej stellten die Leute vor ihre Häuser das mit Wasser aufgefüllte Geschirr. Wenn das Wasser ausgegossen ist, dann soll das nächste Jahr nass sein.
Man machte die Wahrsagen nicht nur am Vorabend des st.Andrzej. Der Glaube an dem Aberglaube gab den Leuten Gebote, Verbote, Warbungen und sogar erklärte die die Zukunft.
 
„Pierzoki“
 
In jedem Haus, wo die Fräuleinen waren, züchtete man die Gänse. Von Frühling bis zum Herbst zupfte man die Feder aus den Gänsen und die Feder wurde in den Säcken im Dachgeschoss aufbewahrt. Spät im Herbst oder im Winter am Abend lud man die Nachbarn und organiesierte „Pierzoki“. Da hat man die Feder so bearbeitet, dass sie keine Löche in den neuen Kissen machen. Das war eine schwierige Arbeit, die viel Zeit und viele Hände benötigte. Das haben vor allem die Frauen und Fräuleinen gemacht. In dieser Zeit haben die Männer die Körbe und die Besen aus der Korbweide gemacht.
Für die Junggesellen war das die beste Zeit für Liebeswerbungen. Die anderen Jungen haben viele Scherze gemacht. Sie haben dann die Sperlinge in den Kammern kommen lassen und die machten immer viel Krach. „Pierzoki“ war auch die richtige Zeit für Plaudern. Man plauderte über die Bekannten und die Kinder haben die Erzählungen über Geiste, Träume und Hexen gehört. Die volle Kammer pochte mit Spaß und Singen.

 
Das Gasthaus
 
In der Wende des XIX und XX Jh. gab es im Norden des unseren Regions einen Brauch „Podkoziołek“. Man sang damals beim Geldaufsammelns im Gasthaus für das Getränk.
„A trzeba dać podkoziołek, trzeba dać, dobrze było cały roczek ubodać“
Auf den Einradkarre wurde dann ins Gasthaus das Ehepaar gebracht, das das sich dann auslösen soll.
 
Die gesellschaftlichen Gruppen
 
Eine andere Form des Treffens waren die Versammlungen von verschiedenen Organisationen, die in den Dörfern funktionierten, so wie die Leserräume. Organisationen, die in den Dörfern funktionierten: Landwirterverband, Gesellschaft der Jungen Polinen, die Missionsgesellschaft, der Kirchenchor, der Männliche und Weibliche Jugendlichenverband, der Falkenverband, die Gesanggesellschaft, der Katholische Arbeiterverband, der Sangverband „Moniszko“ und der Arbeiterverband von st.Idzi in Mikorzyn, in Przybyszów funktionierte der Gemeindefußballverband „Olimpja“, die Volksliedgesellschaft, der Soldaten und Aufstandsverband, der Lehrerverband.