Die regionalen Grenzen sind oft den ethnischen
Grenzen nicht gleich

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Literatur und Sprache

         Auf dem Lande verging das Leben der Menschen langsam. Die Nachbarn trafen sich oft und besuchten gegenseitig. Sie spannen Erzählungen von Gespenstern, Kriegen strengen Herren aus, überlieferten Legenden und Volkssagen. Sie diskutierten über alles und sangen Kirchen- und Volkslieder.

         Lokale Erzählungen

         Bis zum heutigen Tag erhielten sich Legenden und Volkssagen über Ereignisse aus vergangenen Zeiten. Sie fangen gewöhnlich mit Worten: Sehr lange, lange her…“ an und sind mit einem bestimmten Ort, Ereignis oder mit einer bestimmten Person verbunden. Zu den interessantesten Legenden und Sagen unserer Region gehören:

  • Von Śląsk-Fürstin und einem Stock“ (Laski)
  • Vom Mroczener Schatz“ (Mroczeń)
  • Von weiβer Dame aus Mroczener Palais“ (Mroczeń)
  • Vom Kirchlein und Zauberei“ (Świba)
  • Vom Wundererscheinen des Hl. Idzi“ (Mikorzyn)
  • Vom Entstehungsplatz der Kirche in Pólko“ (Bralin)
  • Vom Räuberhauptmann Śpik“ (Kępno)
  • Vom Kępno-Stadtwappen“ (Kępno)
  • Von Franzosen“ (Osiny)
  • Von Hl. Jadwiga“ (Zgorzelec und Mnichowice)

             Dank mündlichen Überlieferungen unserer Grosseltern und Urgrosseltern konnten wir die Volkslegenden und –sagen kennen lernen, die mit Schicksalen, Sitten und Volksglauben unserer Vorfahren verbunden sind.

             Volksmundart

             Der Faktor, der über regionale Andersartigkeit entscheidet, ist die Sprache, die Stadt- und Landbewohner sprechen. Die Landbewohnersprache nennt man eine Mundart“ oder ein Dialekt“. In lokaler Mundart unserer Gemeinde (ein Süddialekt) kann man Germanismen, Entlehnungen aus der Zeit des ehemaligen preußischen Teilungsgebiets und Ausdrücke aus der ehemaligen polnischen Sprache finden.

    Mundartwörterbuch unserer Region

  • Personen
  • Tiere
  • Pflanzen
  • Gegenstände des täglichen Bedarfs
  • Tätigkeiten
  • Kleidung
  • Lebensmittel
  • Andere

             Ein Beispiel des mundartlichen Textes, der im Rahmen Wissenswettbewerbs über die Gemeinde Baranów bearbeitet wurde – Łęka Mroczeńska 2002.

    Turniej Wiedzy o Gminie

             Schriftstellerisches Schaffen

            In folgendem stellen wir die Personen vor, die besonders stark mit lokaler Volksliteratur verbunden sind. Diese Personen hinterließen nicht nur folkloristische Arbeiten, viele von ihnen arbeiteten mit Zeitungsredaktionen zusammen, schrieben Artikel über Leben des Volkes. Alle waren berufstätig, aber leidenschaftlich befassten sie sich mit Volkskultur. Sie scharten um sich Jugendliche und arbeiteten in Theaterkreisen. Die in folgendem gesammelten Biographien bearbeiteten wir auf Grund Erinnerungen von Dorfbewohnern, Notizen in Schulchroniken, Briefen und Zeitungsartikel. Viele Menschen interessieren sich heute für Folklore des Dorfes aus dem XIX Jahrhundert.

    Józef Majchrzak Vergrößere
            Józef Majchrzak wurde am 13. März 1909 in Osterfeld (Deutschland) geboren. In Małe Zalesie absolvierte er die Grundschule und in Rawicz – das Lehrerseminar. In den Jahren 1928 – 1931 arbeitete er als Lehrer in Grundschulen auf dem Gebiet des Landkreises Kępno (Raków, Kierzno, Grębanin). Am 1.September begann er als Lehrer und Schulleiter in der Grundschule in Łęka Mroczeńska zu arbeiten. Nach dem Kriegsausbruch arbeitete er als Milchforscher im Landkreis Kępno. Am 1. März erneuerte ihre Tätigkeit die Grundschule in Łęka Mroczeńska und Józef Majchrzak wurde dort der erste Lehrer. Hier verbrachte er zwei Jahre. Im Oktober 1947 verzichtete er auf pädagogische Arbeit und begann er musikologisches Studium in Wrocław. Immer bemühte sich Józef Majchrzak die Schönheit der Volkskultur aufzubewahren und zu entwickeln. Gemeinsam mit seiner Frau leitete er einen Amateurstheaterkreis, der viele Vorstellungen aufführte.
             Er war von Musik und Folklore fasziniert, studierte musische Ethnographie. Nach dem Studium wurde er Leiter der Sendestelle in Wrocław. Seit 1953 begann er leidenschaftlich Volkslieder zu sammeln. Viele von ihnen wurden in den Sendestellen nicht nur in Wrocław, aber auch im ganzen Polen veröffentlicht. Viele von ihnen erschienen in der Radiosendung „Gra muzyka u Kurzawy“, in der man von Józef Majchrzak gesammelte Volkslieder, Legenden, Bräuche und Sitten aus Dolny Śląsk präsentierte.
             Józef Majchrzak sammelte Volkslieder und befasste sich mit der folkloristischen Folklore viele Jahre, er gab viele Publikationen heraus. 1973 erwarb er einen wissenschaftlichen Doktortitel. In zwei Sammlungen „Dolnośląskie pieśni ludowe“ veröffentlichte Józef Majchrzak mehr als 50 Volkslieder aus der Region des Landes von Kępno. Das Werk seines Lebens ist ein Buch im Jahre 1983 „Polska pieśń ludowa na Dolnym Śląsku“. In den 60-ger Jahren wurde er Leiter eines Kulturhauses in Kąty Wrocławskie und war schon so bekannt als Folklorist, dass er Vorlesungen in Volksmusik auf einem Lehrstuhl für Ethnographie in Wrocław hielt.
             Józef Majchrzak starb im Jahre 1985 in Wrocław. Auβer den schon erwähnten Publikationen hinterlieβ er angefangene aber nicht beendete Arbeit über schlesische Musikanten und viele Artikel und Essais über folkloristische Thematik.

    Stanisław Ramza
            Er wurde am 28. März 1927 in Mroczeń geboren. Er war sehr musikalisch begabt. Ohne jede Hilfe lernte er nicht nur Noten schreiben, aber auch Geige, Mandoline, Akkordeon und sogar Säge spielen. Seine musikalischen Begabungen und Aktivistennatur trugen dazu bei, dass er schon in den ersten Jahren nach dem Krieg einen Jugendklub leitete. Im Rahmen von ihrer Tätigkeit bildete er Musik-, Tanz- und Gesanggruppen, die sich später in eine Gruppe verbanden. Ihre Mitglieder sangen, tanzten und verschiedene Instrumente spielten. Zum Repertoire der Gruppe gehörten polnische, tschechische und russische Volkslieder und -tänze. Von Herrlichkeit und Verdiensten der Gruppe zeugt die Tatsache, dass sie dreimal den Kulturministerpreis bekam. Diese Erfolge regten Stanisław Ramza zur Repertoireerweiterung an. Er beschloss eine regionale Theatervorstellung: Wesele Mroczeńskie“ vorzubereiten, die auf originellen Hochzeitstänze, -lieder, -reden und -trachten gestützt wurde. Vorher musste er aber alle Materialien sammeln. Durch viele Herbst- und Winterabende wanderte Stanisław Ramza mit seiner Mandoline von Haus zu Haus in Mroczeń, Joanka, Łęka Mroczeńska und Żurawiniec und notierte geduldig alle Erzählungen ältester Einwohner.
            Wesele Mroczeńskie“ wurde im Jahre 1960 in Kępno anlässlich des 300-jährigen Jubiläums der Stadtrechtverleihung aufgeführt. Der Kunstertrag Kolbergs aus der Gegend von Kępno“ (so wurde Stanisław Ramza von Franciszek Kirło-Nowaczyk genannt) wurde teilweise von Józef Majchrzak ausgenützt – in seine Gesangbücher trug er manche von Stanisław Ramza gesammelten Volksliedern ein.
            Stanisław Ramza starb plötzlich am 4. April 1991 und hinterließ nur einziges Werk: Wesele Mroczeńskie“.

    Franciszek Kirło-Nowaczyk
             Er wurde am 23. September 1907 in Hiltrop (Westfalen) geboren. Seine Eltern waren Jadwiga von der Familie Safat und Wincenty – Emigrant, Bergmann von Beruf. Im Jahre 1914 kehrte Franciszek Kirło-Nowaczyk mit seiner Familie in Polen zurück. Nach der Studienbeendigung begann er als Lehrer zu arbeiten. Während des II Weltkrieges stand er an der Spitze der Propaganda und der Krajowa-Armee auf dem Gebiet des sog. Kraik Rychtalski“. Im Jahre 1945 kehrte er aus Mecklenburg in Żurawiniec zurück, wohin er 1944 zwangsweise verschleppt wurde. Seit 1947 (bis zum Ruhestand) arbeitete Franciszek Kirło-Nowaczyk als Schulleiter in Łęka Mroczeńska. Er debütierte 1923 als Dichter und Prosaiker. Unter einem Decknamen (Pseudonym) Adam Kirło veröffentlichte er 1927 in Wilno Gedichtsammlung: Biała lutnia“. Für Sender Polnisches Rundfunk in Poznań schrieb er Reportagen von religiösem Charakter und Hörspiele für Landbewohner. Er schrieb auch Gedichte für Kinder. Nach dem Krieg veröffentlichte er seine Werke (Dichtung, Prosa, Publizistik) in folgenden Zeitschriften: Wieś“, Nowa Kultura“, Twórczość“, Zielony Sztandar“, Dziś i Jutro“, Życie Literackie“, Południowa Wielkopolska“. Im Jahre 1949 wurden seine Gedichte in der Gedichtsammlung: Chleb powszedni“ herausgegeben, und 1958 in Poznań sein Roman Szkoła przy topolowej drodze“, der das Leben und Tätigkeit von Ewaryst Estkowski – eines Pädagogen aus dem XIX Jahrhundert darstellte. Im Jahre 1968 erschienen seine Erinnerungen Między Prosną a Widawą“, die die Tätigkeit der Krajowa-Armee in der Gegend von Kępno und Namysłów betrafen. Eine besondere Stelle in seiner Publizistik hatten Artikel über regionale Thematik, die unter dem Decknamen Mateusz Zgrzebło in der Monatszeitschrift Południowa Wielkopolska“ erschienen. Unter vielen Publikationen folgende Artikel: Skarby na poddaszu“, O okupowanym Rychtalu“, Kępno pod jarzmem swastyki“ oraz Leśniczówka Wesoła” besonders beachtenswert sind. Viel Interesse erweckten Artikel: Piekne hobby i smutny epilog“ – über Feliks Wężyk, ehemaligen Besitzer des Palais in Mroczeń, in dem sich heute unser Gymnasium befindet. Für sein schriftstellerisches Schaffen mit vielen Staats- und Literaturpreisen ausgezeichnet, aber für seine Angehörigkeit zur Krajowa-Armee sagten ihm die Behörden größere Auszeichnungen ab. Der Schriftsteller ist am 6. April 1975 in Łęka Mroczeńska gestorben und sein Grab befindet sich in Kępno.

    Paula Wężyk
    Das Volksleben, -sitten und -bräuche waren Inspiration für Paula Wężyk – eine Dichterin, die in Kępno geboren wurde und deren Familie in Mroczeń wohnte. Ihre Gedichte leben noch heute unter der Gesellschaft. Jedes Jahr veranstalten Schüler aus unserem Gymnasium Dichterabende, die dem schriftstellerischen Schaffen von Paula Wężyk gewidmet werden. Die Schüler bringen dann den Zeitgenossen literarischen Ertrag der bekannten Dichterin näher.
            Als Paula 8 Jahre alt war, gewann sie einen literarischen Wettbewerb, der von der Warschauer Wochenzeitschrift Wieczory rodzinne“ ausgeschrieben wurde. Nach dem Tode ihres Vaters im Jahre 1902 zog Paula Wężyk aus Myjomice in Poznań um, wo sie ihr literarisches Talent entwickelte. Seit 1903 begann sie mit Przewodnik katolicki“ mitzuarbeiten. Sie schrieb Artikel auch für Praca“ und Głos Wielkopolski“. In beiden Zeitschriften leitete sie durch viele Jahre Kącik dla dzieci i młodzieży“ (Ecke für Kinder und Jugendliche). Sie arbeitete ständig auch mit solchen Zeitschriften wie: Kurier Poznański“, Dziennik Poznański“, Wielkopolanin“, Nasz misjonarz“, Mały misjonarz“, Echa Afryki“, Murzynka“. Auch in den USA veröffentlichte man ihre Gedichte. Durch 8 Jahre leitete Paula eine Zeitschrift für Hausfrauen: Dobra Gospodyni“. Im Jahre 1924 begann sie mit Przewodnik katolicki“ als Redakteurin des Teils für Jugendliche ständig mitzuarbeiten. In der Zwischenkriegszeit veröffentlichte sie viele Erzählung- und Gedichtsammlungen. Sie schrieb auch einige Bühnenwerke für Amateurskindertheater auf. Paula Wężyk beschäftigte sich mit sozialer und karitativer Tätigkeit, besonders unter Jugendlichen. Sie blieb im Kontakt zu den Jugendlichen, die in der Fremde lebten. Sie beantwortete Hunderte von Leserbriefen aus europäischen und amerikanischen Ländern. Sie übersetzte auch Texte vom Deutschen und Französischen.

  • Liturgisches Jahr – Zur Rorate“
  • Liturgisches Jahr – Das Neue Jahr“
  • Liturgisches Jahr – Aschermittwoch“
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    © Gimnazjum w Mroczeniu 2005