Sitten und Bräuche - Das Erntedankfest


Das Erntedankfest
          Nach Ende der Erntezeit feiert das Volk das Erntedankfest. Früher hatte es einen ganz anderen Charakter als heute. Als der letzte Büschel fertig war, haben Mädchen und Frauen angefangen einen Kranz aus Weizen zu flechten. Die älteren Frauen haben in der Zeit Kränze aus Brennnessel, Distel und anderen Unkräutern geflochten. Danach diejenigen, die schon mit der Ernte fertig waren sind zu der Person gegangen, die die Arbeit auf dem Feld beaufsichtigt hat und haben sie gefesselt. Sie musste sich dann loskaufen, indem sie den Leuten Geld fürs Bier gegeben hat. Dann sind alle zum Hof gegangen...
Am Anfang des Zuges ist der sogenannte Dieb gelaufen. Er wurde auch gefesselt, hatte einen Büschel dabei, den er angeblich geklaut haben soll. Als der Zug zum Hof näherte simulierte der Junge eine Flucht und beklagte sich, dass er unschuldig ist. Der Rest lief ihm nach und hat ihn mit Strohseil geschlagen. Kurz vor dem Tor packten ihn zwei andere Männer und haben ihn dann wie einen Schuldigen vor dem Herr gestellt. In der Zeit haben die Frauen ihre schönsten Kränze in dem herrlichen Haus gezeigt. Der Herr musste den "Dieb" loskaufen, und später zahlte er auch für die gebrachten Kränze. Danach wurde etwas zum Essen angeboten als Dank für die gebrachte Ernte. Heute werden die Erntekränze in die Kirche gebracht, wo sie feierlich geweiht werden.
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